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Woll Maschinenbau GmbH

Branche: Verarbeitendes Gewerbe
Standort:Saarbrücken
Mitarbeiterzahl:
Website:woll-maschinenbau.com ↗

Psychische Gefährdungen erkennen und reduzieren – ein Unternehmen geht’s an!

Das war der Anlass

Woll Maschinenbau ist ein familiengeführtes Unternehmen aus dem Saarland und entwickelt maßgeschneiderte Sonderanlagen und -maschinen für Unternehmen in verschiedenen Branchen, wie die Automobilindustrie oder Medizintechnik. Die rund 300 Mitarbeitenden tragen dazu bei, den Kunden Lösungen höchster Qualität für ihre Bedürfnisse bereitzustellen.
Wir sind uns dessen bewusst, dass psychische Belastungen in unserer heutigen Arbeitswelt wohl auch auf unser Personal treffen und dass diese die Gesundheit unserer Mitarbeitenden beeinträchtigen können. Seit einiger Zeit stellten wir einen Anstieg der Krankheitstage in unserer Belegschaft fest und auch die Wahrnehmung der internen Stimmung war ausschlaggebend eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung durchzuführen.

Letztendlich haben wir als Arbeitgeber aber auch die arbeitsschutzgesetzliche Pflicht (§5 Ziff.6 ArbSchG) und erfüllen mit einer solchen Maßnahme auch die Anforderungen unseres zertifizierten Managementsystems nach DIN ISO 45001 „Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“. Die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung sollte uns daher dabei helfen zu verstehen, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihrer Arbeit als belastend empfinden und wie wir diese Belastungen reduzieren können, um ein gesundheitsförderliches Arbeiten zu ermöglichen. Dies sehen wir als notwendig an, um unsere Mitarbeitenden und damit unser Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen.

Das haben wir gemacht

Um einen Überblick über die psychischen Belastungsfaktoren im gesamten Betrieb zu bekommen, entschieden wir uns dazu, zunächst eine quantitative Mitarbeiterbefragung durchzuführen. Die Mitarbeitenden wurden über das Intranet darüber informiert und bekamen den Fragebogen von der Geschäftsführung persönlich ausgehändigt. Die Überzeugungskunst der Geschäftsführung und der einfache Prozess der Befragung machten sich bezahlt: So erreichten wir eine Teilnahmequote von 75 %.

Die Analyse der Befragung, die vom iso-Institut durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, mögliche Handlungsfelder im Unternehmen zu identifizieren. Dabei wurden folgende Bereiche betrachtet:

  • Arbeitsorganisation (z. B. Arbeitsintensität, Unterbrechungen, Kommunikation)
  • Arbeitsinhalte (z. B. Vollständigkeit, Handlungsspielraum, Informationen, Qualifikation, emotionale Inanspruchnahme)
  • Soziale Beziehungen (z. B. Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzte)
  • Arbeitsumgebung (z. B. Physikalische-chemische und biologische Faktoren, ergonomische Faktoren)
  • Neue Arbeitsformen (z. B. Work-Life Balance, Digitalisierung)

Nachdem die Mitarbeiterbefragung ausgewertet wurde, präsentierte das iso-Institut der Geschäftsführung und den Führungskräften die Ergebnisse. Workshops wurden in denjenigen Abteilungen durch das iso-Institut durchgeführt, in denen die höchsten Belastungen aufgetreten sind. Ein Workshop wurde mit jeweils sechs bis acht Mitarbeitenden unseres Unternehmens einer Hierarchie-Ebene und einer Abteilung durchgeführt (z. B. ein Workshop mit Mitarbeitenden der Fertigung, ein Workshop mit der Teamleitung der Fertigung, ein Workshop mit Mitarbeitenden des Projektmanagements).

Die Teilnahme erfolgte auf freiwilliger Basis. Die Workshops dienten dazu, die Ergebnisse der Umfrageergebnisse zu vertiefen und die Ursachen gemeinsam mit der teilnehmenden Belegschaft zu ergründen. In den Workshops wurden auch bereits erste mögliche Maßnahmen von den Mitarbeitenden erarbeitet.

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Die Ergebnisse der Workshops wurden im Führungskreis präsentiert, um der Führung die Felder mit Handlungsbedarfen aufzuzeigen und darauf aufbauend die weitere Vorgehensweise festzulegen. In unserem konkreten Fall waren dies die Bereiche der Fertigung und Teile des Projektmanagements. Während die sozialen Beziehungen und die Arbeitsumgebung im Betrieb von den Mitarbeitenden als sehr zufriedenstellend wahrgenommen wurden, zeigten sich die größten Belastungsfaktoren in den Bereichen neue Arbeitsformen und veränderte Arbeitsinhalte. Der nächste Schritt ist nun die gemeinsame Erarbeitung von zielführenden Maßnahmen und Lösungen.

Das haben wir erreicht

Zu den Workshops bekamen wir reichlich positive Resonanz von den Teilnehmenden, die davon berichteten, dass sie einiges ansprechen konnten und gespannt auf die Maßnahmen warteten. Sie begrüßten es, ihre eigenen Ideen und Einschätzungen ansprechen zu können. Damit verbunden trug die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung zu einer offeneren Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und der Geschäftsführung bei und förderte außerdem die Transparenz. Indem sich die KollegInnen in interne Themen und Verbesserungen ihrer Arbeitsumgebung einbrachten, erhoffen wir uns eine größere Bindung zu den Beschäftigten.

Durch das Eingehen auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden tragen wir aktiv dazu bei, dass sich unsere KollegInnen wohl fühlen und gerne bei uns arbeiten. Sie sparen beispielsweise sowohl Reisezeit als auch -kosten und können sich einfacher um die Betreuung von Kindern oder Angehörigen kümmern. Ein schöner Nebeneffekt für die Umwelt: Durch die Nutzung digitaler Kommunikations- und Dokumentationstechnologien haben wir unseren Papierverbrauch drastisch senken können.

Das empfehlen wir

ArbeitgeberInnen sollten sich nicht vor der Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in ihrem Betrieb scheuen. Sie erfüllt nicht nur eine arbeitsschutzrechtliche Pflicht, sondern bereichert das Unternehmen und kommt der Gesundheit der Mitarbeitenden sowie dem Betriebsklima zugute.

Wird, wie in unserem Fall, auf eine Mitarbeiterbefragung mittels Fragebogen zurückgegriffen, empfehlen wir, auf angemessene Kommunikation und Transparenz der Befragung im Unternehmen zu achten. Das erhöht die Teilnahmequote und führt zu aufschlussreicheren Daten.

Darüber hinaus ist es essenziell, dass im Unternehmen und insbesondere auf Führungsebene auch die Bereitschaft besteht, mit den Ergebnissen der Befragung weiterzuarbeiten. Denn nach der Analyse steht das Erarbeiten von Lösungen und Umsetzen von Maßnahmen an. Nur dies kann zum Erfolg bei der Reduzierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz führen. Letztendlich ist die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung ein Kreislauf, der nach der Umsetzung und Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen erneut aufgenommen werden sollte.

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Zwei Handlungsbroschüren zum Schwerpunktthema:

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Ansprechpartner

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Pascal Kasel
Tel.: 0681 97024 695
Mail: pascal.kasel@woll-maschinenbau.com ↗


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Gefördert durch:

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